Langjähriger Nationalrats- und Bundesratsabgeordneter prägte über Jahrzehnte die Tiroler Volkspartei und den ÖAAB.
Die Tiroler Volkspartei, die Junge Volkspartei Tirol und der AAB Tirol trauern um ihren Bundes- und Nationalrat a.D. Prof. Karl Pischl der am 19. Mai 2026 im 86. Lebensjahr verstorben ist.
Karl Pischl wurde am 30. Juni 1940 in Innsbruck geboren. Bereits früh engagierte er sich in der Jungen Volkspartei und im ÖAAB. Sein politischer Weg führte ihn vom Bezirksobmann der Jungen ÖVP Innsbruck-Land über die Funktion des Landesobmanns der Jungen ÖVP Tirol bis hin zu zahlreichen verantwortungsvollen Aufgaben innerhalb der Tiroler Volkspartei und des ÖAAB. Er war von 1979 bis 1991 Bildungsreferent der ÖVP Tirol, von 1976 bis 1985 stellvertretender Bezirksparteiobmann der ÖVP Innsbruck-Land und zwischen 1985 und 1997 Bezirksobmann des ÖAAB Innsbruck-Land.
Über Jahrzehnte hinweg war Karl Pischl eine tragende Säule der Tiroler Volkspartei auch auf Bundesebene. Er vertrat Tirol von 1972 bis 1979 sowie erneut von 1994 bis 1997 im Bundesrat und war von 1979 bis 1990 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. Dort machte er sich insbesondere als Verkehrssprecher der Bundes-ÖVP einen Namen und setzte sich mit großer Sachkenntnis und Beharrlichkeit für die Anliegen Tirols ein.
Neben seinem politischen Wirken stand Karl Pischl auch beruflich stets im Dienst des Landes Tirol. Nach seiner Tätigkeit bei der Tiroler Landesregierung und beim Tiroler Wirtschaftsbund kehrte er 1973 wieder in den Landesdienst zurück. Als Leiter des Familienreferates (damals bekannt unter JUFF) prägte er viele Jahre lang die Tiroler Familienpolitik entscheidend mit. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, dem Verdienstkreuz des Landes Tirol sowie dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet.
Eine weitere große Leidenschaft von Prof. Karl Pischl galt dem kulturellen Erbe Tirols. Als langjähriger Geschäftsführer des „Kuratoriums zur Erhaltung der Innsbrucker Hofkirche“ setzte er sich gemeinsam mit Obmann Strimitzer über viele Jahre hinweg mit außergewöhnlichem Engagement für die Erhaltung und Sanierung der Innsbrucker Hofkirche ein. Besonders die aufwendige Restaurierung des Kenotaphs von Kaiser Maximilian lag ihm dabei am Herzen. Mit großer Fachkenntnis, Beharrlichkeit und persönlichem Einsatz trug Karl Pischl wesentlich dazu bei, eines der bedeutendsten kulturhistorischen Wahrzeichen Tirols für kommende Generationen zu bewahren.
Weiters engagierte sich Prof. Karl Pischl über viele Jahre hinweg auch im sozialen Bereich. Als langjähriges Vorstandsmitglied des Tiroler Sozialdienstes setzte er sich mit großem persönlichem Einsatz für Familien, Kinder und soziale Einrichtungen in Tirol ein. Besonders die Betreuung und Unterstützung von Kinderhorten, Kindergärten und Krabbelstuben war ihm dabei ein großes Anliegen.
„Die Tiroler Volkspartei und der AAB verlieren im Bezirk Innsbruck-Land mit Karl Pischl einen Politiker „alten Schlages“. Einen Menschen mit Grundsatztreue, Handschlagqualität und unermüdlichem Einsatz für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Karl Pischl war kein Lautsprecher, kein Selbstdarsteller, sondern ein stiller, verlässlicher Arbeiter im Hintergrund, der Politik stets als Dienst am Menschen verstand“, so VP-Bezirksparteiobfrau LRin Cornelia Hagele und AAB-Bezirksobmann LAbg. Florian Riedl.
„Besonders hervorzuheben war seine außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen, Brücken zu bauen und über politische Lager hinweg respektiert zu werden. Seine enorme Sachkenntnis, seine Verlässlichkeit und seine tiefe Verbundenheit mit Tirol machten ihn weit über die Partei hinaus zu einer geschätzten Persönlichkeit. Viele Wegbegleiter erinnern sich an Karl Pischl auch als Mentor für jüngere Generationen“, würdigt JVP-Landesobfrau MEP Sopia Kircher den Verstorbenen.
Mit ihm verliert Tirol eine prägende Persönlichkeit der Tiroler Volkspartei, einen überzeugten christlich-sozialen Politiker und einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlicher Einsatzfreude, Verlässlichkeit und Bodenständigkeit für unser Land und seine Menschen gewirkt hat. Sein Engagement für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Familien, Vereine und die politische Bildungsarbeit wird unvergessen bleiben“, fasst Tirols AAB-Landesobmann KO Jakob Wolf Pischls Lebenswerk zusammen.
Die Tiroler Volkspartei verneigt sich in Dankbarkeit vor einem großen Tiroler Politiker und einem Menschen, der über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen und unser Land mitgestaltet hat.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
FOTONACHWEIS: PRIVAT
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